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 Die wichtigsten Details zu Microsoft Windows 7

Software | 01.11.2008, 12:41
Microsoft hat auf der Professional Developers Conference ausführlich die Funktionen zum neuen Betriebssystem Windows 7 vorgestellt und zahlreiche Kernfunktionen deutlich überarbeitet und erweitert. So setzt der Software-Riese auf einfachere Benutzer-Schnittstellen, zentrale Verwaltungsebenen für Handy und Peripherie und deutlich schlankeres System für mehr Performance auch auf schwachbrüstiger Hardware. Nachfolgend wollen die wichtigsten Neuerungen kurz vorstellen.

Geschwindigkeit


Ein großer Kritikpunkt unter Windows Vista war der Umfang des Systems, der nicht nur viel Festplattenplatz kostet, sondern den Betrieb auch träge und speicherintensiv macht. Diesen Kritikpunkt will Microsoft nun mit Windows 7 ausräumen und setzt dazu auf eine überarbeitete grafische Oberfläche Aero auf Basis von DirectX 10.1 mit integrierter 2D-Beschleunigung. Dadurch sinkt laut Microsoft der Speicherbedarf um rund 50 Prozent. Zusätzlich übernimmt die Grafikkarte mehr Aufgaben bei der 2D-Darstellung von Bitmaps, Geometrien für Fenster und Text, sodass sich auch Funktionen wie ein Desktop-Zoom performant umsetzen lassen. Für ältere Hardware bietet Microsoft auch eine Alternative auf DX9-Basis oder gar vollständig in Software an.

Für einen schnelleren Systemstart hat Microsoft in Windows 7 zudem die Ready-Boost-Technologie ausgebaut, die nun auch mehr als 4 GB Flash-Speicher unterstützt und den Boot-Vorgang besonders auf Netbooks wesentlich verkürzen soll. Nachdem das Feature bislang noch ohne irgendeinen fühlbaren Effekt ist, ist aber wohl jede Weiterentwicklung als großer Fortschritt zu erachten. Auch sonst bekommt der wachsende Netbook-Markt verstärkte Aufmerksamkeit. Bei der Präsentation durfte sich Windows 7 auf einem Lenovo-Netbook mit üblicher Hardware-Ausstattung mit 1 GB Speicher und Atom-Prozessor zeigen — eine Kombination, die Windows Vista noch herbe Bauchschmerzen bereitet hätte.

Auch die störenden Eingriffe das Systems hat Microsoft minimiert, die Registry und die Index-Verwaltung für die Suchfunktion verbessert und dadurch nachhaltig die Zugriffe auf die Festplatte reduziert. Performance-Einbrüche beim Spielen oder Arbeiten dürften damit in Zukunft der Vergangenheit anhören, hoffentlich auch fortwährend laufende Festplatten auch im Batteriebetrieb. Für den flexibleren Einsatz unterstützt Windows 7 nun außerdem bis zu 256 Prozessoren.

Integration der Umwelt ins Betriebssystem


Um den Computer noch stärker in das Umfeld des Nutzers einzubinden, kümmert sich Microsoft intensiv um die Bereitstellung von Schnittstellen nach außen. Mit Device Stage stellt das Unternehmen einen zentralen Dienst bereit, der Mobiltelefone, Drucker, Digitalkameras und zahlreiche weitere Elektronik einfach in das Betriebssystem einbindet. Angebunden über Bluetooth, WLAN oder per Kabel können damit in Zukunft sowohl automatische Updates über das Internet bezogen werden, aber auch die Verwaltung der Geräte vom PC erledigt werden, ohne zusätzliche Software der Hersteller installieren zu müssen. Als besonderes Gimmick präsentiert Microsoft zum Beispiel auch einen eigenen Klingelton-Editor. Bislang konnte das Windows Mobile Gerätecenter nur Teile dieser Funktionen in Vista umsetzen.

Um die Multimedia-Untersützung für das Home-Entertainment zu verbessern, kommt zudem die Technik "StreamOn" hinzu, mit der zahlreiche Dienste für Musik, Video und Daten im Heimnetz per Datenstream eingebunden werden können. Was genau darunter zu verstehen sein und wie sich das System vom bestehenden UPnP abgrenzen soll, wurde bislang nicht in Details bekannt. Es ist anzunehmen, dass über den Windows Media Player irgendwie geartete Fernsteuerfunktionen zum Media Streaming ergänzt werden könnten, dies ist aber reine Spekulation.

Für den mobilen Einsatz gibt es außerdem eine zentrale Sensor-API, die Dutzende von Sensoren auf über eine einheitliche Schnittstelle ansteuern kann, um dadurch Anwendungen die Möglichkeit zu geben, auf die Umwelt reagieren zu können. Beispielhaft seien hier Sensoren für RFID, Licht, GPS, Kameras, Lautstärke, Temperatur oder Beschleunigung genannt. Besonders im Hinblick auf den Datenschutz verspricht Microsoft aber, diese standardmäßig zu deaktivieren.

Insgesamt machen die Funktionen für Windows 7 damit einen überaus runden Eindruck und versprechen nette Möglichkeiten vor allem für Entwickler. Für die Anwender verspricht vor allem die versprochene zusätzliche Performance einen Vorteil. Zusätzliche Optimierung des Energiebedarfs läßt auch im Hinblick auf Akkulaufzeit und Green-IT einen Nutzen gegenüber Windows Vista erwarten. Wer noch mehr Details wünscht, für den empfiehlt sich ein Blick auf WinFuture mit umfangreichen Eindrücken von der PDC.

Eine erste Beta von Windows 7 steht noch für Dezember in Aussicht. Spätestens dann darf man sich wohl auf weitere ausführliche Details über das neue Betriebssystem freuen.
[rl]




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